Einer von uns: Albrecht Weinberg

Leiden an Deutschland



Buchtext

Es gibt Erinnerungen, die bleischwer auf der Seele lasten. Es gibt traumatische Erlebnisse, die Menschen ihr ganzes Leben begleiten. Es gibt unvorstellbares Leid, für das es keine Linderung gibt. Es gibt unvorstellbare Verbrechen, die nie vergeben werden können. Wenn es trotz allem Hoffnung gibt, die Hoffnung, dass aus Leid, Demütigung, Entrechtung und Verbrechen Verständnis für Andersartiges, für Fremdes wächst und sich daraus die Chance für ein friedliches Zusammenleben ergibt, dann sind sechs Millionen Juden nicht umsonst gestorben.

Das in Westrhauderfehn gebürtige Geschwisterpaar Weinberg, Albrecht und die im Mai 2012 verstorbene Friedel, stehen in diesem Buch stellvertretend für jene ehemaligen Mitbürger, die uns heute die Chance zur Versöhnung bieten. Leben und Schicksal des Albrecht Weinberg sind einmalig, und zugleich stehen sie für Millionen andere Leben, für Menschen, die wie er unter dem Naziterror gelitten haben und millionenfach ermordet wurden. Seine Geschichte ist die von Millionen, seine Geschichte ist unsere Geschichte.

Durch seine Geschichte wird nachvollziehbar, dass das Unrecht, das den jüdischen Mitbürgern im Namen des deutschen Volkes angetan wurde, nicht nur von einer abgehobenen fanatisch-antisemitischen Clique um den selbsternannten „Führer“ begangen wurde, sondern auch vor Ort in Rhauderfehn, Leer, Weener und anderswo. Wir waren es auch, die ehemaligen Mitbürger, Nachbarn und Klassenkameraden, die Lehrer und die örtlichen Jugend- und Parteifunktionäre sowie die sonstigen Einwohner, die weggeschaut haben und nicht wissen wollten, was wir hätten wissen können. Seit seiner Rückkehr nach Deutschland ist er ein gefragter Zeitzeuge, der bei vielen Veranstaltungen Gelegenheit gibt, das Grauen des braunen Terrors nachvollziehbar kennen zu lernen. Dabei vermittelt er glaubwürdig, dass es zum friedlichen Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher religiöser Überzeugung und Gesinnung keine Alternative gibt.




Leseprobe

Leben und Schicksal des Albrecht Weinberg führen von Westrhauderfehn in drei Konzentrationslager und damit in unser aller Vergangenheit. Zum Verständnis wird im ersten Kapitel dieses Buches beschrieben, wie sich der Antisemitismus auf dem Fehn dargestellt hat, wie er hier publizistisch und politisch gefördert und in die Bevölkerung getrieben wurde. Mit dem Verweis der Weinberg-Kinder von ihren Schulen und ihrer damit verbundenen zwangsweisen „Ausbürgerung“ aus Rhauderfehn, begann die zweite Etappe des Leidensweges der Familie. Durch die Ereignisse der „Pogromnacht“ vom 9. auf den 10. November 1938 wurde das Leben für die Familie unerträglich. Der Vater wurde vorübergehend in ein KZ deportiert. Dieter kam jetzt in der jüdischen Gartenbauschule in Ahlem unter, Friedel und Albrecht erlebten auf dem Gut in Groß Breesen die seit langem und für lange schönste Zeit. Dann wurden sie zur Zwangsarbeit in den Raum Berlin verschleppt. Von dort ging es in das KZ Ausschwitz, ihr Bruder Dieter war bereits dort. Der Weg der Brüder führte gegen Kriegsende gemeinsam auf den Todesmarsch nach Gleiwitz und von dort in das KZ Mittelbau Dora. Friedels Weg führte von Auschwitz in das KZ Ravensbrück, von dort in die Munitionsfabrik in Malchow und nach Neustadt-Glewe. Während Dieter von Dora nach Mecklenburg transportiert wurde, kam Albrecht nach Bergen-Belsen. Die Eltern wurden 1940 von Leer nach Berlin deportiert. 1943 kamen sie in das KZ Theresienstadt und am 1. Oktober 1944 nach Auschwitz Nach der Befreiung fanden sich Friedel und Albrecht in Hannover und beschlossen, in die USA auszuwandern. Im Februar 2012 kamen Friedel und Albrecht Weinberg nicht ganz freiwillig zurück nach Deutschland, wo Friedel im Mai 2012 verstarb. Ihr Bruder Albrecht hilft seitdem als Zeitzeuge, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wach zu halten.



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