Fehn-Leuchten Nr. 14

Magazin für Geschichte

Inhalt

Leseprobe

Mit der 14. Ausgabe dieses Magazins starten wir eine weitere Abenteuerreise in die Geschichte unserer Heimat, die uns zunächst nach Langholt führt. Wie überall im Kaiserreich hatte man auch dort im Ersten Weltkrieg gelitten, und in den Jahren danach, als „Weimarer Republik“ bekannt, verbesserten sich die Lebensbedingungen kaum. Zu den herausragenden Ereignissen gehörte die Gründung der Molkereigenossenschaft. Als zu Beginn der 1930 Jahre die NSDAP deutschlandweit erstarkte, berührte dies die Langholter zunächst kaum. Noch bei der Kommunalwahl des Jahres 1933 errang die „Partei“ hier nicht die Mehrheit der Sitze.

Anders war die Situation in Westrhauderfehn, das zur selben Zeit bereits ein Zentrum der NS-Bewegung im ländlichen Raum war. Dies wird unter anderem dadurch belegt, dass das 1. Ostfriesische „Gebiets-Turnfest“ im Jahr 1934 in diesem Fehnort durchgeführt wurde. Die Bilder belegen, dass dieses Fest vom nationalsozialistischen Geist durchdrungen war.

Der schriftliche Nachlass von Heinrich Roskam, den seine Enkelin Heidemarie Andreeßen bewahrt hat, führt uns von dessen Kindheit in Weener durch den ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, den zweiten Weltkrieg bis in das Jahr 1980 und zeichnet das Bild eines Mannes, der vielfach ehrenamtlich tätig war und unter anderem für sein Engagement zur Gründung des Heimatvereins sowie des Fehn- und Schifffahrtsmuseums mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

Der Holter Bürger Heinrich Gosch lässt uns einen Blick in das Schulleben der 1920er und 1930er Jahre in diesem Ort sowie in das Innenleben der „Hitlerjugend“ werfen, und Pastor Albrecht Saathoff aus Backemoor setzt die Beleuchtung der Historie Ostfriesland mit der Einführung der Reformation fort.

In der Geschichte Holtes stoßen wir auf die Spuren des Bernhard Kramer, der als Architekt für Fürsten, den Kaiser, für Unternehmen und für die Stadtvertretungen von Bielefeld und Bad Salzuflen tätig war und zahlreiche architektonisch wertvolle Bauwerke schuf.

Dagegen ist das zumindest teilweise in Rhaudermoor geplante Konzentrationslager Sachsenhausen eher ein Schandmal. Der katholische Pfarrer Werner Koch schildert, wie er dort als KZ-Häftling den „Heiligen Abend“ des Jahres 1937 erlebt hat.

Wir geben Auszüge aus einer Rede des Westrhauderfehner Arztes Dr. Peter Visher wieder, in der er indirekt die Argumente dafür lieferte, nach dem Zusammenbruch der NS-Herrschaft behaupten zu können, von allem nichts gewusst zu haben und nicht verantwortlich zu sein, weil man nur Befehle befolgt habe.

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