Hitlers fehntjer Helfer

Westrhauderfehn im "Tausendjährigen Reich"

Erinnerungen an das Zentrum von Rhauderfehn Band IV, Teil 2


Buchtext

In diesem Buch erbringt der Autor den Nachweis, dass sich der Nationalsozialismus reichsweit durchsetzen und behaupten konnte, weil er in Stadt und Land Tausende Helferinnen und Helfer hatte. Dies gilt auch für Westrhauderfehn, ein Zentrum der nationalsozialistischen Bewegung im ländlichen Raum.

Einer wissenschaftlichen Arbeit zufolge, betrachten wir diesen Ort als „Dorf“ und grenzen ihn gleichzeitig dagegen ab. Wegen des vergleichsweise geringen Alters Westrhauderfehns und wegen der vielen Zuzüge von außerhalb, hatten sich hier keine festen dörflichen Strukturen gebildet, die „alten“ Orten vielfach eine gewisse Immunität gegenüber dem braunen Geist gaben. Deshalb konnte sich dieser Geist hier problemarm etablieren.

Die Durchdringung des Ortes mit dem braunen Geist war von der Zahl und der Bedeutung von Personen und Persönlichkeiten abhängig, an denen es in Westrhauderfehn nicht mangelte. Dr. Caroline Wagner unterscheidet in ihrer Disssertation zwischen dem Mitgliedern der ersten, der zweiten und der dritten Stunde. Zu ersterer gehörten auf dem Fehn die SA-Mitglieder aus den umliegenden Orten, die in der „zweiten Stunde“, nach Etablierung der Partei in Führungspositionen kaum noch eine Rolle spielten: Ausnahme war hier der Arbeiter und erste Ortsgruppenleiter Diedrich Müller. In der „dritten Stunde“ schlossen sich die alten Eliten der „Bewegung“ an, um ihre eigenen Interessen zu waren. In Westrhauderfehn fielen die zweite und die dritte Stunde, in Übereinstimmung mit der Aussage der o. a. Doktorabeit, zusammen.

Wie überall gab es auch auf dem Fehn „persönliche“ und institutionelle Helfer. Die für die Umsetzung nationalsozialistischer Politik bedeutendste Einzelperson war der Arzt Dr. Peter Visher, wichtigster institutioneller Helfer war die örtliche Tageszeitung als Propagandaorgan. Gegenstand der Betrachtung ist der „erwachsene“ Teil der damaligen Bevölkerung. Mit der Jugend, aus der heraus der germanische Mensch geformt werden sollte, sowie mit den diesbezüglichen „Helfern“ beschäftigt sich der Autor in dem Buch: „Fehntjer Jugend unterm Hakenkreuz“.

234 Seiten
150 Abbildungen
16,90 Euro



Leseprobe

Der Nationalsozialismus konnte sich auf dem Fehn etablieren und behaupten, weil es zahlreiche Menschen gab, die das System aufbauen, stützen und die Gesellschaft durchdringen halfen. Die Motivation dieser Menschen war verschieden. Es gab viele, die aus der Arbeitslosigkeit kamen und in der Sturmabteilung (SA) eine Möglichkeit sahen, der Arbeitslosigkeit zu entrinnen. Es gab Unternehmer, die Mitglied in der „Partei“ wurden und teils Funktionen übernahmen, um keine beruflichen Nachteile zu haben. Andere schlossen sich der Partei an, weil sie in ihr die Möglichkeit sahen, die Schmach des „Versailler Vertrages“ zu tilgen. Wieder andere, wie viele Lehrer, wurden in Ämter und Funktionen gedrängt, weil sie von der NSDAP als Stabilisatoren des Systems auserkoren worden waren. Dagegen war die Gruppe der überzeugten Nationalsozialisten auf dem Fehn zumindest in den ersten Jahren nach der „Machtergreifung“ zahlenmäßig eher gering.

Auf der Suche nach jenen Helfern stößt man auf viele, die als solche kaum im öffentlichen Bewusstsein verankert waren. Es gab Scharführer, Blockwarte und sonstige Amtsträger, die eher im Hintergrund wirkten. Daneben gab es jene, die zwar eine wichtige Rolle im System des Nationalsozialismus spielten, in dieser Funktion aber öffentlich nicht wahrgenommen wurden . Dazu zählen der für die Verbreitung der Nazi-Propaganda in der Zeitung verantwortliche Schriftleiter Siebe Ostendorp, der in der Partei eine nachgeordnete Funktion als Sicherheitsbeauftragter wahrnahm, und der Arzt Dr. Peter Visher, der eher als Arzt und Gutmensch bekannt war. Für den Autor des vorliegenden Buches sind diese beiden Herren zusammen mit dem Jungbann- und späteren Bannführer Otto Maecker als Einzelperson die drei wichtigsten Helfer Hitlers auf dem Fehn. Ihre Bedeutung für die Behauptung des Nationalsozialismus bis zur Eroberung des Ortes durch den Kriegsgegner ist höher einzuschätzen als die anderer Funktionsträger.

Seine Frau Karla ergänzt, dass die Musiker später oft zu Messen gefahren seien, um sich über Neuheiten zu informieren. Im Jahr 1964 schloss er sich für knapp zwei Jahre mit Werner Kropp einem weiteren Musiker und einer Sängerin zur "Jolly Combo" zusammen und spielte samstags in Bockholzberg und sonntags im Jagdhaus Eiden (heute Kasino) in Bad Zwischenahn.

Schon mehr als Funktionsträger bekannt waren Lehrer wie Heinrich Wilkening oder Wilhelm Bütefisch, Rektor der Mittelschule in der 1. Südwieke. Eindeutig als wichtige Stützen des Systems bekannt waren die jeweiligen Ortsgruppenleiter der NSDAP, ein Amt, das der Molkereileiter Johann Pfeiffer am längsten ausübte (seit dem 13. Juli 1938), der SA Obersturmführer Jan Lübben, der Pastor Theodor Heyer und eben Otto Maecker.



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